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Update 24.07.2020 – Pressemitteilung:

Wirecard-BaFin-Skandal: TILP hat Amtshaftungsklage gegen die BaFin eingereicht wegen jahrelangem Amtsmissbrauch im Fall Wirecard – Antrag auf Einleitung eines KapMuG-Musterverfahrens vor dem Oberlandesgericht Frankfurt gestellt.

Am gestrigen Abend hat die Tübinger TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP) die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor dem allein zuständigen Landgericht (LG) Frankfurt am Main auf Schadenersatz verklagt. Der Klagvorwurf lautet auf jahrelangen Amtsmissbrauch der BaFin im Fall Wirecard. Begründet wird der Amtsmissbrauch damit, dass die BaFin zumindest leichtfertig ihre gesetzlichen Pflichten zum einen zur Aufklärung, Verhinderung und Anzeige von Marktmanipulationen der Wirecard AG und zum anderen zur richtigen, vollständigen und nicht irreführenden Information der Öffentlichkeit und des Kapitalmarktes verletzt hat.

Lesen Sie unsere Pressemitteilung hier.


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WAS IST PASSIERT?

Die Wirecard AG (Wirecard) sieht sich seit Jahren Vorwürfen ausgesetzt, die Bilanzen nicht ordnungsgemäß auszuweisen bzw. diese zu fälschen. Neue und massive Vorwürfe hat ab Anfang 2019 insbesondere die britische Tageszeitung Financial Times erhoben. Fingierte Umsätze (Third Party Acquiring), überhöhte Kaufpreise von Gesellschaften zur Bereicherung von Managern, falsch ausgewiesene Kredite (MCA-Geschäft) und Kreislaufbuchungen (Round-Tripping) über Gesellschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten, den Philippinen und Singapur bilden nur einen Teil der gegen Wirecard gerichteten Vorwürfe.

Infolge dieser in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten und fragwürdigen Transaktionen verzeichnete die Wirecard-Aktie wiederholt erhebliche Kursverluste. Wirecard stritt die Vorwürfe in der Öffentlichkeit regelmäßig ab. Der Zahlungsdienstleister gab aufgrund der anhaltenden Kritik aber auch eine unabhängige Untersuchung nebst Sondergutachten in Auftrag. Das Sondergutachten, so Wirecard, sollte sämtliche von der Financial Times erhobenen Vorwürfe umfassend und unabhängig aufklären. Die Veröffentlichung des Gutachtens dieser Sonderprüfung wurde mehrfach verschoben.

Als das Sondergutachten schließlich Ende April 2020 veröffentlicht wurde, brach der Kurs der Wirecard-Aktie um ca. 40% ein. Denn anders als es im Markt erwartet wurde, ergibt sich daraus, dass die Vorwürfe nicht vollumfänglich ausgeräumt werden konnten. Die unabhängigen Prüfer gaben vielmehr zu Protokoll, dass sie nicht alle Unterlagen einsehen konnten, sie sprechen von einem „Untersuchungshemmnis“. Viele Fragen blieben offen.

KPMG konnte z.B. keine fundierten Aussagen zu der Höhe und der Existenz von Umsatzerlösen aus sogenannten TPA-Geschäftsbeziehungen treffen. Begründet wurde dies mit Mängeln in der internen Organisation bei Wirecard sowie der fehlenden Bereitschaft von Partnerfirmen, umfassend und transparent mitzuwirken. Auch Zahlungen in Höhe von einer Milliarde Euro auf Treuhandkonten konnten nicht gänzlich nachvollzogen werden.

Am 18. Juni 2020 wurde der Veröffentlichungstermin für den Jahres- und Konzernabschluss 2019 schließlich abermals verschoben. Der Abschlussprüfer habe Wirecard darüber informiert, dass über die Existenz von im Konzernabschluss zu konsolidierenden Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro (dies entspricht in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme) noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren. Es bestünden des Weiteren Hinweise darauf, dass unrichtige Saldenbestätigungen zu Täuschungszwecken vorgelegt wurden. Der Aktienkurs brach darauf hin ein.


WAS BEDEUTET DAS FÜR SIE ALS INVESTOR?

Mit der Veröffentlichung des KPMG-Sondergutachtens sowie der Ad-hoc-Mitteilung vom 18. Juni 2020 steht unseres Erachtens fest, dass die Unternehmensführung bei Wirecard in erheblichem Maße mangelhaft ausgestaltet und das Compliance-System in unternehmenskritischen Bereichen eklatant unzureichend ist sowie der Verdacht einer schwerwiegenden Bilanzmanipulation besteht.

Bei den Compliance-Mängeln bei Wirecard sowie dem Verdacht der Bilanzmanipulation handelt es sich nach unserer Einschätzung um Insiderinformationen. Wirecard hätte unseres Erachtens den Kapitalmarkt unverzüglich und vollständig darüber informieren müssen, dass wesentliche Geschäftsvorgänge bereits konzernintern nicht ordnungsgemäß nachvollzogen werden können, mithin der Verdacht der Bilanzmanipulation besteht, und zwar dies insbesondere mit Blick auf Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro. Die bisherige Kapitalmarktkommunikation von Wirecard halten wir daher nach Maßgabe der einschlägigen Vorschriften zur Kapitalmarktpublizität für unvollständig sowie in weiten Teilen für unwahr.

Wir sind vor diesem Hintergrund der festen Überzeugung: Investoren stehen Ansprüche auf Schadensersatz gegenüber Wirecard zu, da Wirecard den Kapitalmarkt nicht ordnungsgemäß über Insiderinformationen in Kenntnis gesetzt hat.

WAS KÖNNEN SIE KONKRET UNTERNEHMEN?

Kostenfrei können Sie von TILP erfahren, ob Sie zu dem Kreis derjenigen Investoren gehören, die einen Anspruch auf Schadensersatz haben.

TILP bietet Ihnen an, für Sie eine individuelle Beurteilung zu erstellen. Hierzu möchten wir Sie bitten, dass Sie uns die Wertpapierabrechnungen zu Ihren Transaktionen in Wirecard-Aktien (WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060) oder Derivaten übermitteln, und zwar für Transaktionen ab dem 10. Juli 2012 bis einschließlich 25. Juni 2020. Achtung: Ansprüche auf Ersatz des Kursdifferenzschadens verlieren Sie nicht, wenn Sie Aktien von Wirecard verkaufen. Ein Anspruch auf Ersatz des Kursdifferenzschadens besteht fort, also unabhängig davon, ob man die Aktien weiterhin hält oder verkauft.

Nach Sichtung Ihrer Unterlagen werden wir auf der Grundlage der uns übermittelten Daten eine konkrete Handlungsempfehlung für Sie aussprechen sowie Ihnen auch weitere in Betracht kommende Handlungsalternativen aufzeigen.

Hierfür bitten wir Sie, sich zunächst mit Ihrem Namen und Ihrer E-Mail-Adresse sowie Ihrer Telefonnummer bei uns zu registrieren. Sofern Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, bieten wir Ihnen gerne an, diese um Deckungszusage zu ersuchen.

Dieser Service ist für Sie kostenfrei.

Vielen Dank.

UPDATES:


Update 30.06.2020 – Pressemitteilung:

Weichenstellung im Wirecard-Bilanzskandal: Klagen wegen vorsätzlichen Bilanzfälschungsdelikten gegen Wirtschaftsprüfer Ernst & Young und (Ex-)Vorstandsmitglieder der Wirecard AG eingereicht.

Am heutigen Dienstag hat die Tübinger TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP) das von ihr initiierte Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) gegen die Wirecard AG (Wirecard) auf weitere Haftungsgegner ausgeweitet. Vor dem Landgericht (LG) München I hat sie die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY), den Ex-Vorstandsvorsitzenden von Wirecard, Dr. Markus Braun, deren Ex-COO Jan Marsalek und den amtierenden CFO Alexander von Knoop wegen vorsätzlichen Bilanzfälschungsdelikten auf Schadenersatz verklagt (Az. 3 O 5875/20).

Lesen Sie unsere Pressemitteilung hier.

Update 25.06.2020:
Wirecard AG stellt Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Der Vorstand der Wirecard AG hat heute einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht München wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung gestellt. Wir bitten Sie, sich weiterhin bei uns zu registrieren. Darüber hinaus besteht für Sie aktuell kein Handlungsbedarf. Bitte warten Sie ab, bis Sie von uns weitere Informationen erhalten.

Ihre Ansprüche gegen die Wirecard AG können wir für Sie auch in der Insolvenz verfolgen, indem wir diese dann als Insolvenzforderungen geltend machen. Neben der Wirecard AG bestehen weitere Haftungsgegner. Wir weiten das von uns schon vor Wochen eingeleitete Musterverfahren auf weitere Haftungsgegner aus. Dies sind insbesondere die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young sowie die Ex-Vorstände Braun und Marsalek und das Vorstandsmitglied von Knoop.

Wir werden Sie über die weiteren Entwicklungen und den Fortgang unseres Musterverfahrens informiert halten. Aktuell haben sich bereits über 12.000 Wirecard-Geschädigte bei uns registriert. Damit sind wir in der Lage, eine Masse von Geschädigten optimal zu bündeln, um damit maximalen Druck auf die Verantwortlichen auszuüben und diese zur Rechenschaft zu ziehen. Dies optimiert die Chancen auf Schadensersatz der von uns vertretenen Mandanten.

Update 23.06.2020:

Angesichts der Entwicklungen und Erkenntnisse der letzten Tage werden wir das Musterverfahren auf zusätzliche geeignete Haftungsgegner wie beispielsweise die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ausweiten, sobald und soweit wir dies zum Zwecke der Schadenskompensation als für unsere Mandanten vorteilhaft erachten. Es zeichnet sich ab, dass es rechtlich und wirtschaftlich sinnvoll erscheinen könnte, Schadensersatzforderungen nicht nur gegen die Wirecard AG zu richten, sondern auch gegen weitere Personen bzw. Unternehmen. Im Rahmen einer internationalen Anwaltskooperation haben wir uns bereits seit über einem Jahr auf die jetzige Situation vorbereitet und Informationen zusammengetragen, gerade auch was potentielle weitere Haftungsgegner betrifft.

Update 18.06.2020:
Nach Ad-hoc-Mitteilung zum verschobenen Wirecard-Geschäftsbericht: TILP sieht weitere erhebliche Verstöße gegen das Kapitalmarktrecht und plant Erweiterung des Musterverfahrens zum Wirecard-Bilanzskandal. Lesen Sie unsere Pressemitteilung hier.
Update 13.05.2020
Am gestrigen Tage hat TILP die erste deutsche Anlegerklage gegen die Wirecard AG eingereicht. Lesen Sie unsere Pressemitteilung hier.

FAQ

Antworten auf häufig gestellte Fragen


1Welche Anleger und Investoren sind schadensersatzberechtigt?
Wir sind der festen Überzeugung, dass Anleger und Investoren jedenfalls hinsichtlich solcher Wertpapierkäufe (Aktien und Anleihen der Wirecard AG sowie Derivate auf Wirecard-Aktien) schadensersatzberechtigt sind, welche im Zeitraum vom 24.02.2016 bis 18.06.2020 (jeweils einschließlich) getätigt wurden. Aus Gründen der Vereinfachung sprechen wir nachfolgend immer nur von Aktien, unsere Aussagen gelten aber für alle vorgenannten Finanzinstrumente.
2Worauf beruhen die Schadensersatzansprüche?
Nach unserer festen Überzeugung hat die Wirecard AG gegen ihre kapitalmarktrechtlichen Publizitätspflichten verstoßen und ist deswegen gegenüber Investoren schadensersatzpflichtig. Wirecard hätte den Kapitalmarkt früher und vollständig über ihre unzureichende Corporate Governance und die Mängel in ihrem Compliance-System sowie über den Verdacht der Bilanzmanipulation in Kenntnis setzen müssen. Denn hierbei handelt es sich nach unserer festen Überzeugung um Insiderinformationen von erheblicher Kursrelevanz. Nach Art. 17 der Marktmissbrauchsverordnung (MAR) sind Emittenten dazu verpflichtet, Insiderinformationen unverzüglich bekannt zu geben. Daneben werfen wir Wirecard eine falsche Finanzberichterstattung vor.
3Auf welche Höhe beläuft sich der Schadensersatz?

Hier muss man unterscheiden.

Zum einen gewährt das Gesetz den sogenannten Kursdifferenzschaden (KDS). Auf Basis des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) ist dieser KDS rechtlich besonders einfach geltend zu machen, da hiernach die Beweislast für das Verschulden nicht den Anleger, sondern die Emittentin trifft. Wir haben den KDS in unterschiedlicher Höhe für unterschiedliche Zeiträume berechnet. Eine konkrete Schadensberechnung für Ihren Fall übersenden wir Ihnen gerne, sofern Sie uns Ihre relevanten Wertpapiertransaktionen mitteilen.

Der von uns berechnete KDS für eine innerhalb der Desinformationsphase „zu teuer“ erworbene Aktie bewegt sich je nach Transaktion zwischen 13% bis maximal 85% von dem jeweiligen Einstandspreis, was davon abhängt, in welcher der mehreren „Schadensperioden“ Sie gekauft haben. Die Berechnung nehmen wir gerne kostenfrei für Sie vor.

Der KDS wird unabhängig davon gewährt, ob die Aktie zu einem höheren oder niedrigeren Preis als zum Einstandspreis verkauft wurde bzw. unabhängig davon, ob ein Buchschaden existiert. Entscheidend ist nur, dass die Aktie zu bestimmten Zeitpunkten von Ihnen gehalten wurde. Per heute ist es nicht mehr erforderlich, dass Sie die Aktie halten.

Alternativ zum KDS kann auch der der sogenannte „Transaktionsschaden“ gefordert werden. Dies bedeutet, man erhält die Differenz aus dem Kauf- und Verkaufspreis der Wirecard-Aktie erstattet. Die Voraussetzung hierfür ist, dass auch ein tatsächlicher (Buch-)Verlust eingetreten ist. Für diesen Schaden ist es unerheblich, ob und wann die Papiere verkauft wurden Entscheidend ist allein, dass diese in dem Zeitraum vom 24.02.2016 bis 18.06.2020 gekauft worden sind.

4Kann ich meine Wertpapiere verkaufen, wenn ich mich an einem Musterverfahren beteilige?
Ja, Sie sind weiterhin frei in Ihrem Anlageverhalten. Wenn Sie sich für eine Beteiligung am Musterverfahren entschieden haben, dann bitten wir einzig um Mitteilung, wann Sie wieviel der Wertpapiere wieder verkauft haben. Hierzu reicht die Übersendung der Transaktionsbelege.
5Was passiert, wenn die Aktie wieder über Einstandskurs steigt?
In diesem Fall verbleibt Ihnen trotzdem der Kursdifferenzschaden (KDS) als Schadensposition, wenn und soweit Sie die Aktie zu bestimmten Stichtagen gehalten haben. Die genaue Prüfung Ihrer Ansprüche übernehmen wir für Sie gerne und kostenfrei.
6Ich habe nach dem KPMG-Bericht vom 27.04.2020 Wirecard-Aktien gekauft. Kann ich ebenfalls Schadensersatz geltend machen?
Ja. Transaktionen nach dem 27.04.2020 berechtigen nach unserer festen Überzeugung zum Schadensersatz, dies jedenfalls bis zum 18.06.2020.
7Ich habe vor dem 24.02.2016 gekauft. Kann ich auch Schadensersatz geltend machen?
Derzeit sehen wir für Transaktionen, welche vor dem 24.02.2016 getätigt wurden, keine hinreichende Aussicht auf Erfolg. Wir können allerdings nicht ausschließen, dass sich dies noch ändert. Vor diesem Hintergrund nehmen wir gerne Transaktionsbelege zu Transaktionen ab dem 10.07.2012 entgegen, da für solche Transaktionen nach unserer festen Überzeugung noch keine Verjährung der besonders anlegerfreundlichen WpHG-Ansprüche eingetreten ist.
8Wie läuft ein Kapitalanleger-Musterverfahren ab?

Der Zweck eines Kapitalanleger-Musterverfahrens ist es, dass geschädigte Anleger ihre Ansprüche kostengünstig und gemeinsam in einem Musterverfahren verfolgen können und die zentralen Sach- und Rechtsfragen in einem Verfahren verbindlich für alle Parteien geklärt werden. Diese Verfahrenskonzentration erhöht die Erfolgschancen für die Klägerseite und senkt zudem die Kosten.

Ein Musterverfahren beinhaltet dabei mehrere Stufen. Wer als Beteiligter teilnehmen möchte, muss zunächst eine eigene Klage vor dem zuständigen Landgericht erheben. Im Fall Wirecard hat das zuständige Landgericht München I zunächst die von TILP gestellten Musterverfahrensanträge öffentlich bekannt zu machen. Im Anschluss ist auf Basis der Musterverfahrensanträge ein Vorlagebeschluss zu erlassen. Den Inhalt eines Vorlagebeschlusses bilden sogenannte Feststellungsziele, hier also Fragen zur Sach- und Rechtslage im Fall Wirecard. Dieser Vorlagebeschluss stellt quasi das "Arbeitsprogramm" für das Musterverfahren dar, welches anschließend vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht München geführt wird. Die KLagen sämtlicher klagenden Anleger und Investoren sind sodann auf dieses Musterverfahren hin auszusetzen. Auf diese Weise wird also jeder klagende Anleger ein Beteiligter des Musterverfahrens. Die Anleger und Investoren kämpfen im Musterverfahren dann gemeinsam gegen die Wirecard AG für ihre eigenen Rechte. Aus dem Kreis der klagenden Anleger wird sodann ein sogenannter Musterkläger gewählt. Hierbei handelt es sich häufig um einen institutionellen Investor. Vor diesem Hintergrund kommt es in einem Musterverfahren faktisch zu einem Schulterschluss zwischen Kleinanlegern und institutionellen Investoren. Das Musterverfahren endet dann durch einen sogenannten Musterentscheid, der vom Bundesgerichtshof überprüft werden kann, soweit die Parteien das Verfahren nicht einvernehmlich beenden, indem sie einen Vergleich schließen. Die im Musterentscheid festgehaltenen Feststellungen entfalten dann Bindungswirkung für Wirecard als Musterbeklagte und auch alle Anleger und Investoren, welche auf der Klägerseite des Musterverfahrens beteiligt sind. Kurzum: Die wesentlichen Sach- und Rechtsfragen werden im Musterverfahren mit einem Schlag für sämtliche Beteiligte entschieden.

9Wer wird Beklagter im Musterverfahren?
Aktuell haben wir das zunächst nur gegen die Wirecard AG initiierte Pilotverfahren vor dem Landgericht München auf die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY) und Wirecard-Vorstände erweitert. EY hat aus unserer Sicht massiv gegen ihre Prüfungspflichten verstoßen, so dass unseres Erachtens eine Haftung gegenüber Anlegern auf deliktsrechtlicher Basis nach § 826 BGB besteht. Die Klage auf Schadensersatz gegen die beiden Ex-Vorstände Dr. Markus Braun und Jan Marsalek sowie den noch amtierenden Vorstand Alexander von Knoop wird auf die vorsätzliche Begehung von Bilanzfälschungsdelikten gestützt. Daneben haben wir für einen geschädigten Investor vor dem Landgericht Frankfurt a.M. ein weiteres Verfahren auf den Weg gebracht, dass sich gegen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) richtet. Der Vorwurf unserer Kanzlei gegen die BaFin bezieht sich auf die unvollständige Information des Kapitalmarktes über eingeleitete und in erheblichem Maße einseitige Ermittlungen und die Verkennung ihrer Pflichten im Rahmen der Verfolgung von Markmanipulationen. Auch diese Klage wurde verbunden mit einem Antrag auf Durchführung eines Musterverfahrens. Die Klage gegen die BaFin musste aus Gründen der gerichtlichen Zuständigkeit in Frankfurt eingereicht werden. Auch hier rechnen wir damit, dass sich eine Vielzahl geschädigter Anleger der Klage anschließen wird. Weitere potentielle Haftungsgegner untersuchen wir fortlaufend. Zwischenzeitlich sind auch diverse Banken und die Rating Agentur Moodys in den Fokus unserer Ermittlungen gerückt. Soweit wir entsprechende Maßnahmen gegen eine oder mehrere dieser zusätzlichen potentiellen Haftungsgegner für zielführend halten, werden wir auch gegen weitere Parteien rechtliche Schritte einleiten.
10Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung die Kosten?
Aufgrund der unterschiedlichen Ausgestaltung der Rechtsschutzbedingungen bedarf dies einer genauen Überprüfung im Einzelfall. Gerne richten wir für Sie kostenfrei zunächst eine entsprechende Deckungsanfrage an Ihre Versicherung.
11Ab wann entstehen für mich Kosten und welcher Service ist kostenfrei?
Kosten entstehen Ihnen erst, wenn Sie unsere Kanzlei schriftlich beauftragt haben, Ihre Rechte gegen Wirecard für Sie wahrzunehmen. Wir teilen Ihnen selbstverständlich im Vorhinein die Kosten mit und Sie können sich dann final entscheiden, ob Sie Ihre Ansprüche geltend machen möchten oder nicht. Sowohl unsere Prüfung Ihrer Ansprüche als auch die Berechnung der Schadenshöhe sowie – falls eine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist – die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung übernehmen wir für Sie kostenfrei.
12Wird es die Möglichkeit einer Prozesskostenfinanzierung geben?
Ja, derzeit sind wir mit den Gesprächen schon sehr weit fortgeschritten. Wir gehen daher davon aus, Ihnen bald eine Lösung hierzu anbieten zu können. Sie können uns gern schon heute mitteilen, wenn Sie an einer Prozesskostenfinanzierung Interesse haben. Wir werden Sie dann entsprechend unaufgefordert informieren.

ÜBER UNS:

TILP Rechtsanwälte

Wegbereiter für Investorenrechte


TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP) ist eine der führenden und erfahrensten deutschen Kanzleien im Bank-, Kapitalanlage- und Kapitalmarktrecht. TILP engagiert sich seit 1994 konsequent, effektiv und ausschließlich für die Interessen von Investoren und Anlegern. In vielen großen Wirtschaftsverfahren vertritt TILP private und institutionelle Investoren, Family Offices und auch öffentliche Einrichtungen der Verwaltung. Diese Einschätzung teilen Medien und Wettbewerber gleichermaßen: Seit vielen Jahren wird TILP durchgängig zur hiesigen absoluten Marktspitze im Bank- und Kapitalmarktrecht gezählt. Der Nomos Verlag nennt TILP im Handbuch Kanzleien in Deutschland 2014 „die führende Kapitalmarktrechtskanzlei". Das Handbuch Wirtschaftskanzleien des maßgeblichen Branchenmediums JUVE zählt TILP seit über 15 Jahren zur absoluten Spitzengruppe der führenden Kanzleien auf dem Gebiet der Kapitalanlageprozesse. Nach Publikationen von JUVE ist TILP "eine der führenden Kanzleien in der Vertretung sowohl institutioneller als auch privater Investoren in bank- und kapitalmarktrechtlichen Fragen, die seit Jahren zu den ersten Adressen gehört und das Rechtsgebiet entscheidend geprägt hat", Wettbewerber bescheinigen ihr eine Art "Vorbildfunktion und hohe fachliche Kompetenz".

TILP hat inzwischen über 200 Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) sowie des Bundesverfassungsgerichts von grundsätzlicher Bedeutung für Anlegerrechte in Deutschland herbeigeführt.

TILP verfügt über ausgewiesene Expertise und Praxis im nationalen und internationalen kollektiven Rechtsschutz. National gilt das insbesondere in sogenannten Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz. Bei dessen Reform im Jahr 2012 war der Kanzleigründer Andreas Tilp einer der neun Sachverständigen des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages. TILP hat beispielsweise im Oktober 2014 für den Musterkläger vor dem BGH den KapMuG-Fall DT 3 gegen die Deutsche Telekom AG gewonnen und siegte im Dezember 2014 für den Musterkläger vor dem Oberlandesgericht (OLG) München im KapMuG-Verfahren gegen die Hypo Real Estate Holding AG (HRE). In Anbetracht dieser Erfolge bezeichnete die Frankfurter Allgemeine Zeitung Andreas Tilp als „Mister KapMuG“.

Andreas Tilp war u.a. Sachverständiger der Regierungskommission Corporate Governance sowie mehrfach Sachverständiger des Deutschen Bundestages, beispielsweise zum Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz, zum AIFM-Umsetzungsgesetz und zum Ersten Finanzmarktnovellierungsgesetz.

Die Schwesterkanzlei von TILP, die TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation), führt in Deutschland auf dem Gebiet des Kapitalmarktrechtes diverse Klageverfahren im Milliardenbereich vornehmlich für institutionelle Investoren. Aktuell vertritt TILP Litigation u.a. die Musterklägerin in dem KapMuG-Musterverfahren vor dem OLG Braunschweig wegen der VW-Anlegerklagen in Sachen Volkswagen Dieselgate.